Banklexikon - E

Edikt
Qualifizierte Form der Veröffentlichung bestimmter Gerichtsbeschlüsse, z.B. Versteigerungsedikt, Edikt über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, Aufgebotsedikt bei Kraftloserklärungen, Edikt zur Einberufung unbekannter Erben
 
Effektivverzinsung
Tatsächliche Verzinsung von veranlagtem Kapital. Sie weicht in der Regel vom Nominalzinssatz ab, weil z.B. bei Wertpapieren der Anschaffungspreis meist nicht mit dem Nominalwert übereinstimmt oder bei Ausleihungen die Spesen inkludiert sind. Siehe auch Jahreszinssatz, Rendite und Performance.

Eigenkapital
Mittel, die einem Unternehmen von dessen Eigentümern (Eigentum) unbefristet zur Verfügung gestellt werden. Zum Eigenkapital zählen neben den gezeichneten Geschäftsanteilen bei einer Genossenschaft, dem eingezahlten Kapital bei einer AG (Aktiengesellschaft - Grundkapital), bei einer GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung - Stammkapital) die offenen und stillen Rücklagen sowie ein etwaiger Gewinnvortrag. Gegensatz Fremdkapital

Eigenkapital, freies
Anteil des Kapitals, der nicht in dauernden Anlagen gebunden ist

Eigenmittel
Die Eigenmittel eines Kreditinstitutes bestehen aus dem Kernkapital (eingezahltes Kapital, offene Rücklagen einschließlich der Haftrücklage, Fonds für allgemeine Bankrisken) und ergänzenden Eigenmitteln. Im Zuge der Umsetzung von Basel III werden die Eigenmittelbestimmungen mit Übergangsfristen verschärft. Demnach gibt es verschärfte Kapitaldefinitionen, das Kernkapital muss mindestens 4,5 Prozent betragen. Weiters sind zusätzliche Eigenkapital-Puffer aufzubauen und es gelten strengere Liquiditätsbestimmungen.

Eigentumsvorbehalt
Sicherung des Anspruches auf den Kaufpreis einer Ware. Der Verkäufer bleibt Eigentümer bis zur vollständigen Kaufpreiszahlung.

Einlagensicherung 
Die gesetzlich verankerte Sicherung von Einlagen (Spar-, Termin-, Giro- und Bauspareinlagen) schützt im Fall der Zahlungsunfähigkeit einer Bank die Ersparnisse der Kunden. Diese Einlagensicherung ist derzeit pro natürlicher Person bzw. nicht natürlicher Person mit 100.000 Euro begrenzt.

In der Raiffeisen Bankengruppe bestehen darüber hinaus freiwillige Sicherungseinrichtungen, die Kundeneinlagen bis zu 100 Prozent gewährleisten.

Einmalkredit
Siehe Abstattungskredit

Einverleibung
Grundbücherliche Eintragung, die den unbedingten Erwerb sowie die unbedingte Übertragung, Beschränkung oder Aufhebung bücherlicher Rechte bewirkt

Einzugsermächtigung
Vereinbarung, die es dem Zahlungsempfänger ermöglicht, offene fällige Forderungen vom Konto des Zahlungspflichtigen einzuziehen. Der Kunde (Zahlungspflichtiger) hat die Möglichkeit innerhalb von 56 Kalendertagen die Buchung ohne Angabe von Gründen zu retournieren.

ELBA
Markenname für Electronic-Banking. Die unter dieser Marke angebotenen Produkte ermöglichen Bankkunden direkt von zu Hause, vom Arbeitsplatz oder Firmensitz verschiedene Bankdienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

ELBA-business
Onlinebankingprogramm (Software) vorwiegend für Firmenkunden

Elektronische Geldbörse
Siehe Quick

Elektronische Unterschrift (ELU)
Alternative zum PIN/TAN-Verfahren. Die Unterschrift des Kunden wird durch eine auf elektronischem Weg hergestellte Legitimation ersetzt.

Endbesteuerung
Mit Bezahlung der Kapitalertragsteuer gilt für bestimmte Personen bzw. Unternehmen die Endbesteuerung. Sie umfasst die Einkommensteuer auf die Erträge.

e-Rechnung (EBPP - Electronic Bill Presentment and Payment)
Möglichkeit für Unternehmungen, ihren Kunden auf elektronischem Weg Rechnungsdaten zur Ansicht und Bezahlung zukommen zu lassen. Damit ist die Rechnungslegung in bereits etablierte papierlose Geschäftsabläufe integriert.

EURIBOR (Euro Interbank Offered Rate)
Von ausgewählten europäischen und außereuropäischen Referenzbanken täglich ermittelter Geldmarktzinssatz, den Banken untereinander verrechnen. Er dient im Kundengeschäft als Parameter für Finanzierungen und Veranlagungen in Euro. Siehe Referenzzinssatz

EZB (Europäische Zentralbank)
Die Bank mit Sitz in Frankfurt gestaltet in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion die gemeinsame Geld- und Währungspolitik. Die EZB bildet zusammen mit den Zentralbanken der Mitgliedsländer das Europäische System der Zentralbanken (ESZB).